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Storytelling

Ein Statement des National Storytelling Network definiert Storytelling als eine uralte Kunstform und eine wertvolle Form des menschlichen Ausdrucks. Da die Geschichte jedoch für so viele Kunstformen essentiell ist, wird das Wort “Storytelling” oft auf viele Arten verwendet.

Aus diesem Grund möchte das National Storytelling Network den Begriff so erklären, wie er von der wachsenden und lebendigen Gemeinschaft der Geschichtenerzähler in den Vereinigten Staaten und Kanada verwendet wird.

Unsere Hoffnung ist es, die Aufmerksamkeit auf das Geschichtenerzählen als eine Kunst zu lenken, die es wert ist, gefördert zu werden, und denjenigen außerhalb der Gemeinschaft der Geschichtenerzähler zu helfen, das Geschichtenerzählen von anderen, verwandten Formen des menschlichen Ausdrucks zu unterscheiden.

Hier ist, was die meisten von uns mit “Storytelling” meinen:

Storytelling ist die interaktive Kunst, mit Worten und Handlungen die Elemente und Bilder einer Geschichte zu enthüllen und dabei die Vorstellungskraft des Zuhörers anzuregen.

  1. Storytelling ist interaktiv.
    Geschichtenerzählen beinhaltet eine wechselseitige Interaktion zwischen einem Geschichtenerzähler und einem oder mehreren Zuhörern. Die Reaktionen der Zuhörer beeinflussen das Erzählen der Geschichte. Tatsächlich entsteht das Geschichtenerzählen aus der Interaktion und den kooperativen, koordinierten Bemühungen von Erzähler und Publikum.

Insbesondere schafft das Geschichtenerzählen keine imaginäre Barriere zwischen dem Sprecher und den Zuhörern. Das ist ein Teil dessen, was das Geschichtenerzählen von den Formen des Theaters unterscheidet, die eine imaginäre “vierte Wand” verwenden.

Unterschiedliche Kulturen und Situationen schaffen unterschiedliche Erwartungen für die genauen Rollen des Erzählers und des Zuhörers – wer wie oft und wann spricht, zum Beispiel – und schaffen daher unterschiedliche Formen der Interaktion.

Die interaktive Natur des Geschichtenerzählens erklärt teilweise seine Unmittelbarkeit und Wirkung. Im besten Fall kann Storytelling den Erzähler und das Publikum direkt und eng miteinander verbinden.

  1. Storytelling benutzt Worte.
    Storytelling benutzt Sprache, sei es eine gesprochene Sprache oder eine manuelle Sprache wie die amerikanische Gebärdensprache. Der Gebrauch von Sprache unterscheidet das Geschichtenerzählen von den meisten Formen des Tanzes und der Pantomime.
  2. Storytelling benutzt Aktionen wie Vokalisierung, körperliche Bewegung und / oder Gestik.
    Diese Handlungen sind die Teile der gesprochenen oder manuellen Sprache, die keine Worte sind. Ihr Gebrauch unterscheidet das Geschichtenerzählen vom Schreiben und von textbasierten Computerinteraktionen. Nicht alle nonverbalen sprachlichen Verhaltensweisen müssen beim Geschichtenerzählen vorhanden sein. Einige Geschichtenerzähler verwenden zum Beispiel ausgiebig Körperbewegungen, während andere wenig oder gar keine verwenden.
  3. Storytelling präsentiert eine Geschichte.
    Geschichtenerzählen beinhaltet immer die Präsentation einer Geschichte – einer Erzählung. Viele andere Kunstformen präsentieren auch eine Geschichte, aber Storytelling präsentiert sie mit den anderen vier Komponenten. Jede Kultur hat ihre eigene Definition von Geschichte. Was in einer Situation als Geschichte anerkannt wird, wird in einer anderen vielleicht nicht als solche akzeptiert. Manche Situationen verlangen zum Beispiel Spontaneität und spielerische Abschweifungen, andere verlangen eine fast exakte Wiederholung eines verehrten Textes. Kunstformen wie Gedichtvortrag und Stand-up-Comedy präsentieren manchmal Geschichten und manchmal nicht. Da sie im Allgemeinen die anderen vier Komponenten beinhalten, können sie als Formen des Geschichtenerzählens angesehen werden, wenn sie auch Geschichten präsentieren.
  4. Storytelling fördert die aktive Vorstellungskraft des Zuhörers.
    Beim Storytelling stellt sich der Zuhörer die Geschichte vor. In den meisten traditionellen Theatern oder in einem typischen dramatischen Film hingegen genießt der Zuhörer die Illusion, dass er tatsächlich Zeuge der in der Geschichte beschriebenen Figur oder Ereignisse ist.

Die Rolle des Zuhörers beim Geschichtenerzählen ist es, aktiv die lebendigen, multisensorischen Bilder, Handlungen, Charaktere und Ereignisse – die Realität der Geschichte – in seinem Kopf zu erschaffen, basierend auf der Darbietung des Erzählers und auf den eigenen vergangenen Erfahrungen, Überzeugungen und Erkenntnissen des Zuhörers. Die fertige Geschichte findet im Kopf des Zuhörers statt, einem einzigartigen und personalisierten Individuum. Der Zuhörer wird somit zum Mitgestalter der erlebten Geschichte.

Storytelling kann mit anderen Kunstformen kombiniert werden. Zu den Früchten der vitalen, zeitgenössischen Storytelling-Bewegung gehört die Entwicklung von Möglichkeiten, Storytelling mit Drama, Musik, Tanz, Comedy, Puppenspiel und zahlreichen anderen Ausdrucksformen zu kombinieren. Doch auch wenn es sich unmerklich mit anderen Künsten vermischt, bleibt die Essenz des Geschichtenerzählens als Schnittpunkt der fünf Komponenten aus der obigen Definition erkennbar.

Geschichtenerzählen findet in vielen Situationen statt, vom Gespräch am Küchentisch bis zum religiösen Ritual, vom Erzählen im Rahmen einer anderen Arbeit bis hin zu Aufführungen vor Tausenden von zahlenden Zuhörern. Einige Erzählsituationen erfordern Informalität, andere sind sehr formell. Einige verlangen bestimmte Themen, Haltungen und künstlerische Ansätze. Wie oben erwähnt, sind die Erwartungen an die Interaktion mit den Zuhörern und die Art der Geschichte selbst sehr unterschiedlich.

Es gibt viele Kulturen auf der Erde, jede mit reichen Traditionen, Bräuchen und Möglichkeiten zum Geschichtenerzählen. All diese Formen des Geschichtenerzählens sind wertvoll. Alle sind gleichberechtigte Bürger in der vielfältigen Welt des Geschichtenerzählens.

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